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Brännhüsli

Gossau hat sein "Zentrum Büelgass", Heschmettlen sein "Zentrum Brennhaus". Das ist äusserlich betrachtet nur ein unscheinbarer, Bäuerlicher Kleinbau. Eine kunstvolle Inschrift über seinem Eingang erzählt zwar, dass hier einst das ganze Dorf seinen Schnaps brannte und wartet zugleich mit dem neckischen Spruch auf:

Der Schnaps,
der ist des Menschen Feind.
So hat der Pfarrer jüngst gemeint.
Doch in der Bibel steht geschrieben:
Du sollst auch deine Feinde lieben!


Als 1970 der heimatverbundene Nachbar und Eigentümer Oskar Baumann kurz vor seinem Tode die Schenkung des Brennhauses an den NVH in die Wege leitete, waren die Jünglinge vorerst ratlos: Der Nachtheuelverein als Liegenschaftenbesitzer?

Vor allem machte ihnen die Schenkungssteuer, die von ihrem mageren Vereinskässeli zugemutet wurde, Bauchweh. Doch die Gemeindebehörde hatte ein Einsehen, wie sie überhaupt bei den grossen Auslagen, die dem Verein aus der Sanierung des hundertjährigen Gebäudes erwuchsen, eine offene Hand zeigte. Dafür haben die Nachtheuel den einstigen Schopf und Grümpelkeller zu einem schmucken, kleinen Dorfzentrum ausgestaltet. 

Das vereinszentrum des NVH ist seit 1973 das Brennhaus,
das durch die Nachtheuel in Fronarbeit renoviert worden ist.

Seit seiner Einweihung anlässlich des Dorffestes 1973 hat es unzählige Hecks, Raclette- und Fondueabende gesehen. Die "Micky-Boys" genossen hier ebenso Gastrecht für ihre Proben wie der Feuerwehr-Löschzug nach seinen Übungen; auch für Vereins-, Schul- und Familienfesten steht das heimelige Lokal offen. Ein dickes Gästebuch erzählt von all den fröhlichen Aktivitäten.

  

Der heimelige "Eulenkeller" im Brennhaus -
Schuplatz von unzähligen gemütlichen Abenden.

Seit 1982 flattert vor dem "Brännhüsli" eine Eulenfahne. Sie ist ein Geschenk der Ehrenmitglieder an den Verein und zeigt dessen Signet: eine weisse, glotzäugige Eule über dem Herschmettler Dorfwappen, den gekreuzten Tonpfeifen auf blauem Grund. Dasselbe Sujet - diesmal schwarz auf weiss - ziert auch die 1988 angeschafften, schmucken Vereinshemden. Noch harrt aber das eigentliche Vereinsfähnchen, ein schon ziemlich mitgenommenes Werk des Ex-Nachtheuels Fritz Jakob, auf eine Neuauflage...

 

Quellen:

"Aus der Herschmettler Chronik" von Jakob Zollinger ("Der Freisinnige" vom 24. Januar 1953). - Protokolle des Nachtheuelvereins 1942 bis 1992

 

 

 

 

   

 

 

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